Friedhelm Tschentscher – Seltene Studiokeramikvase, Kassel, Deutschland, ca. 1960er Jahre Kasseler Schule Prof. Walter Popp
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Friedhelm Tschentscher – Seltene Studiokeramikvase, Kassel, Deutschland, ca. 1960er Jahre
Handgedrehtes Steinzeug | Eingeprägtes „F“-Monogramm
Diese markante und architektonisch gestaltete Studiokeramikvase von Friedhelm Tschentscher entstand in den fruchtbaren Kasseler Jahren seiner frühen Schaffensphase. Das skulpturale Werk verkörpert die reduktionistische Formensprache, die Tschentschers Übergang von der Keramik hin zur konkreten und konstruktivistischen Kunst kennzeichnete, für die er später bekannt wurde.
Tschentschers frühe Keramiken, die selten auf dem Markt zu finden sind, nehmen eine faszinierende Position zwischen Nachkriegs-Studiokeramik, architektonischer Moderne und der aufkommenden Formensprache der deutschen Konkreten Kunst ein.
Design & Form
Diese hohe, fast totemartige Vase besteht aus zwei kontrastierenden Abschnitten, die einen eindrucksvollen visuellen Dialog erzeugen.
Der untere Teil ist ein sich verjüngendes, zylindrisches Gefäß aus erdbraunem Steinzeug, das durch vier mattschwarze, glasierte Quadranten belebt wird, die rhythmisch auf Schulter und Unterteil angeordnet sind. Diese geometrischen Felder unterbrechen die ruhige Oberfläche und erzeugen einen seriellen Rhythmus, der die reduktionistischen Prinzipien von Tschentschers späteren Reliefskulpturen vorwegnimmt.
Der obere Teil bildet einen markanten, sich nach oben öffnenden konischen Hals in warmem Elfenbeinweiß, der durch ausdrucksstarke rauchbraune Markierungen und subtile Craquelé-Effekte bereichert wird. Ein ausgeprägter Scheibenkragen vermittelt zwischen den beiden Elementen und verleiht dem Gefäß eine beinahe architektonische Präsenz, die an eine zeremonielle Spitze oder eine modernistische Säule erinnert.
Der Boden trägt ein eingeprägtes „F“, das mit dokumentierten frühen Monogrammen übereinstimmt, die mit Tschentschers Keramiken aus den späten 1950er und 1960er Jahren in Verbindung gebracht werden.
Zuschreibung & Wissenschaftlicher Kontext
Diese Vase entspricht weitgehend Werken, die von Heidi Kippenberg, die den Künstler persönlich kannte, identifiziert und bestätigt wurden, und stimmt mit Monogramm-Referenzen überein, die in Ingrid Vetters „Moderne Keramik des 20. Jahrhunderts“ dokumentiert sind.
Sein Formenvokabular – reduktionistische Geometrie, rhythmische Unterteilungen und Matt-Glanz-Kontraste – spiegelt stark die Ästhetik wider, die in der Ausstellung Kasseler Konzepte – Konkretionen – Konstruktionen (Galerie Hoffmann, 2014) untersucht wurde, die Tschentschers bahnbrechende Kasseler Zeit beleuchtete.
Das Stück nimmt auch die skulpturale Richtung vorweg, die in der Retrospektive Skulpturen und Reliefs – Rückblick (Kunstportal-Pfalz, 2020) vorgestellt wird, und demonstriert die Kontinuität zwischen seiner frühen Keramik und seiner späteren konkreten Kunst.
Über den Künstler
Friedhelm Tschentscher (geb. 1930) studierte bei Professor Walter Popp an der Werkkunstschule Kassel und gehörte zu der Generation, die nach 1945 maßgeblich zum Wiederaufbau der deutschen Designkultur beitrug.
Seine frühen Keramikarbeiten offenbaren die Grundlagen seiner lebenslangen Auseinandersetzung mit:
• Geometrie und Rhythmus
• Architektonischen Proportionen
• dem Zusammenspiel von Oberfläche und Licht
• seriellem und konstruktivistischem Denken
Mitte der 1960er-Jahre entwickelte sich sein Werk zunehmend hin zu konkreter Kunst, Skulpturen und Reliefs und erlangte durch Ausstellungen in Galerien wie der Galerie Hoffmann große Anerkennung. Seine Keramiken sind selten und werden von Sammlern deutscher Studiokeramik und Nachkriegsdesign immer mehr geschätzt.
Maße
Höhe: 31,5 cm
Breite: 13 cm
Bodenmarke: Eingeprägtes „F“
Material
Handgedrehtes Steinzeug
Herkunft
Kassel, Deutschland
Zeitraum
Um 1960
Zustand
Sehr guter Vintage-Zustand mit minimalen altersbedingten Gebrauchsspuren. Keine Risse, Abplatzungen oder sonstige Beschädigungen. Natürliche Unregelmäßigkeiten in der Glasur sind typisch für die Handarbeit und unterstreichen die Einzigartigkeit des Stücks.
Warum dieses Stück so besonders ist
• Seltene Frühkeramik von Friedhelm Tschentscher
• Starke Verbindung zum deutschen Konstruktivismus und zur Konkreten Kunst
• Architektonisch komponierte, skulpturale Form
• Dokumentiertes Monogramm, das bekannten Frühwerken entspricht
• Hervorragendes Beispiel deutscher Studiokeramik der Nachkriegszeit
• Bedeutender kunsthistorischer Kontext innerhalb der Kasseler Kunstszene
• Gleichermaßen faszinierend als Keramikgefäß und Skulptur
Anmerkung für Sammler
Dies ist weit mehr als eine dekorative Vase – sie ist ein skulpturales Artefakt aus dem innovativen Kasseler Kreis der frühen 1960er-Jahre, in dem Kunsthandwerk, Architektur und Konzeptkunst aufeinandertrafen. Frühwerke von Tschentscher sind außerordentlich selten und bieten die einzigartige Gelegenheit, ein Objekt zu erwerben, das die prägende Phase eines bedeutenden deutschen Künstlers beleuchtet.
Ideal für Sammler deutscher Studiokeramik, brutalistischen Designs und der Ästhetik des Nachkriegskonstruktivismus.
Allgemeine Informationen
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Alle Artikel werden sorgfältig fotografiert und beschrieben. Vintage-Stücke können leichte Gebrauchsspuren aufweisen; größere Mängel werden ausdrücklich erwähnt.
Spezifikationen
ZustandSehr gutFarbenBeige, BraunMaterialKeramikAnzahl der Artikel1OrientierungPorträtFormatSmallHöhe31 cmBreite13 cm