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Artifort: Die niederländische Marke hinter den meistfotografierten Werken von Pierre Paulin

Artifort stellt seit 1890 in Maastricht Polstermöbel her. Ihre Arbeiten von Paulin (der Tongue Chair, der Mushroom, der Ribbon) gehören zu den bekanntesten europäischen Designs aus der Mitte des Jahrhunderts. Wir erzählen Ihnen die kurze Geschichte dahinter.

Whoppah Curation Team

Artifort-Angebote, insbesondere die Stücke aus der Paulin-Ära, gehören zu den markantesten niederländischen Designs auf Whoppah. Unsere Kuratoren authentifizieren die Stücke anhand der Artifort-Kennzeichnungen und prüfen den Zustand der Polsterung, denn hier benötigen die meisten älteren Stücke besondere Aufmerksamkeit.

Artifort wurde 1890 in Maastricht von Jules Wagemans gegründet. Die ersten 60 Jahre verbrachte das Unternehmen als traditionelle niederländische Polsterei. Die Wende kam 1958, als Kho Liang Ie künstlerischer Leiter wurde und Pierre Paulin als wichtigsten externen Designer engagierte. Die Partnerschaft zwischen Paulin und Artifort dauerte von 1958 bis Mitte der 1980er Jahre und brachte einige der meistfotografierten europäischen Möbel der Jahrhundertmitte hervor.

Der Tongue Chair (F577, 1967) ist das Aushängeschild. Ein niedriger, breiter Sessel mit einer geschwungenen, zungenförmigen Silhouette, ursprünglich mit Jersey in kräftigen Farben bezogen. Vintage Artifort Tongues aus den 1970er und 80er Jahren werden auf Whoppah je nach Zustand von Polsterung und Gestell für 700 € bis 1.800 € verkauft. Exemplare in leuchtenden Farben (Rot, Gelb, Orange) erzielen einen höheren Preis als solche in gedeckten Tönen.

Der Mushroom Chair (F560, 1959) ist das etwas frühere, architektonischere Stück: ein runder, niedriger Sessel auf einem verchromten Drehfuß. In gutem Vintage-Zustand kostet er 1.200 € bis 3.000 €.

Der Ribbon Chair (F582, 1966) ist Paulins technisch anspruchsvollster Entwurf: ein Loungesessel in durchgehender „S“-Kurve aus einer Schaumstoff- und Jersey-Konstruktion. Gebraucht kostet er 1.500 € bis 4.000 €.

Über Paulin hinaus produziert Artifort die Arbeiten von Geoffrey Harcourt (die Stuhlserie F060), die eigenen Entwürfe von Kho Liang Ie sowie zeitgenössische Arbeiten von René Holten, Patrick Norguet und Khodi Feiz.

Worauf Sie auf dem Secondhand-Markt achten sollten: Jedes authentische Artifort-Stück trägt ein Artifort-Etikett, meist auf der Unterseite der Sitzfläche oder im Inneren des Fußes. Die Chromfüße der Tongue und Mushroom Chairs sind aus schwerem Stahlguss. Es gibt leichtere Kopien, die leicht am Gewicht zu erkennen sind.

Eine Neupolsterung ist bei Paulin-Stücken üblich (die Jersey-Bezüge nutzen sich nach über 30 Jahren an den Ecken ab). Artifort stellt immer noch originalgetreue Ersatzbezüge in den Farben der damaligen Zeit her, sodass eine fachgerechte Neupolsterung möglich ist und den Wert nicht mindert, wenn sie korrekt ausgeführt wird. Wenn der Zustand es zulässt, wird eine Polsterung in Originalfarbe einer neutralen Neupolsterung vorgezogen.

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