Roger Guérin (1896–1954) – Art déco – Handgefertigt
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Roger Guérin Art-Deco-Vase – Tiefblaue Glasur mit Tropfeneffekt
Eine elegante Art-Deco-Vase des belgischen Keramikers Roger Guérin, gefertigt in Bouffioulx in den 1920er- und 1930er-Jahren.
Das Stück ist vollständig handgefertigt und mit einer satten, dunkelblauen Glasur versehen, die durch charakteristische Tropfeneffekte Tiefe und Dynamik auf der Oberfläche erzeugt. Die kompakte, runde Form mit dem kurzen, leicht ausgestellten Hals spiegelt die für die Art-Deco-Zeit typische Schlichtheit und Ausgewogenheit wider.
Signiert mit „Guérin“ und nummeriert am Boden, was die Echtheit bestätigt.
Jedes Exemplar ist ein Unikat. Da es sich um ein handgefertigtes Produkt handelt, können leichte Abweichungen in Form, Glasurstruktur und Brennspuren auftreten, die den individuellen Charakter der Vase unterstreichen.
Ein ausdrucksstarkes Dekorationsobjekt, das sowohl in Art-Deco-Einrichtungen als auch in modernen, minimalistischen Ambiente hervorragend zur Geltung kommt.
Roger Guérin (1896–1954)
war ein bedeutender belgischer Keramiker, der für seine außergewöhnlichen Steinzeugarbeiten bekannt war. Geboren im Dorf Bouffioulx bei Charleroi, wurde Guérin stark von der reichen Töpfertradition seiner Region geprägt. 1918 gründete er seine eigene Werkstatt und begann damit eine produktive Karriere, die die belgische Keramik nachhaltig beeinflusste.
Guérins Werk zeichnet sich durch die charakteristische Verwendung von Tropfglasuren aus, einer Technik, die seinen Stücken dynamische und organische Muster verlieh. Um haltbares Steinzeug herzustellen, brannte er häufig bei über 1250 Grad Celsius – eine Praxis, die in der lokalen Keramiktradition des späten Mittelalters verwurzelt ist.
Im Laufe seiner Karriere arbeitete Guérin mit namhaften Künstlern wie Cris Achterberg, Marcel Wolfers, Pierre Caille, Damien Ingels und Chris Lebeau zusammen. Diese Kooperationen bereicherten sein Schaffen und trugen zur Weiterentwicklung der Keramikkunst in Belgien bei. Seine Teilnahme an internationalen Ausstellungen, wie den Pariser Weltausstellungen von 1925 und 1937, brachte ihm breite Anerkennung und festigte seinen Ruf als eine der führenden Persönlichkeiten der Keramikkunst.
Nach seinem Tod im Jahr 1954 wurde Guérins Erbe von seinem Sohn Jules Guérin weitergeführt, der die Werkstatt um 1945 übernahm. Jules setzte die Familientradition fort, hielt die von seinem Vater gesetzten hohen Standards aufrecht und trug weiter zur Bedeutung von Bouffioulx als Zentrum der Keramikkunst bei.
Heute sind Roger Guérins Werke bei Sammlern und Kunstliebhabern sehr begehrt und erzielen auf Auktionen hohe Preise. Seine Kreationen werden nicht nur für ihre ästhetische Wirkung geschätzt, sondern auch für die Verkörperung des reichen kulturellen Erbes der belgischen Keramik. Bouffioulx bleibt ein Zeugnis des bleibenden Vermächtnisses der Familie Guérin und ihres Beitrags zur Welt der Keramik.
Das Goldene Zeitalter der Künstlerkeramik in Bouffioulx und Châtelet
Im 19. Jahrhundert stand in Bouffioulx und Châtelet, wie in vielen anderen Teilen Europas, die Herstellung von Gebrauchsgegenständen im Vordergrund. Erfahrene Töpfer fertigten mit wenigen Gehilfen einfache Alltagsgegenstände. Doch gegen Ende des Jahrhunderts zeichnete sich ein Wandel ab.
Künstler und Handwerker wandten sich gegen die Industrialisierung und besannen sich auf ältere, künstlerischere Traditionen. Inspiriert von Bewegungen in England und Frankreich, entdeckten Töpfer die Schönheit handgefertigter Keramik wieder. Sie wollten die Kreativität in die Töpferei zurückbringen und sich von der Massenproduktion abwenden.
In Belgien spielten einflussreiche Persönlichkeiten wie Octave Maus und der Architekt Henry Van de Velde eine Schlüsselrolle bei der Etablierung der Keramik als Kunstform. Schon bald entwickelten sich Bouffioulx und Châtelet zu wichtigen Zentren der Künstlerkeramik. In den Werkstätten entstanden einzigartige, handgefertigte Stücke, die traditionelle Fertigkeiten mit neuen künstlerischen Ideen verbanden.
Eine neue Generation von Töpfern experimentierte mit Techniken wie dem Drehen an der Töpferscheibe, dem Glasieren und dem Brennen bei hohen Temperaturen. Sie schufen wunderschöne Vasen, Skulpturen und Dekorationsgegenstände, die in Ausstellungen in ganz Belgien und darüber hinaus Beachtung fanden. Töpferschulen und -kurse wurden gegründet, um zukünftige Künstler auszubilden und das Handwerk am Leben zu erhalten.
Diese Periode, bekannt als das „Goldene Zeitalter“ der Töpferei in der Region, dauerte über fünfzig Jahre. Heute erinnert man sich an sie als eine Zeit der Kreativität und Innovation, in der Töpfer Tradition und Kunstfertigkeit verbanden, um zeitlose Werke zu schaffen.
Es wird gut verpackt und geschützt.
Spezifikationen
ZustandAusgezeichnetFarbenBlauMaterialKeramikAnzahl der Artikel1Höhe12 cmBreite14 cmTiefe14 cm