Kartell: Die italienische Marke, die Kunststoff zu einem ernstzunehmenden Material für Möbel machte
Kartell stellt seit 1949 in Mailand Kunststoffmöbel her. Das Unternehmen produzierte die ersten Kunststoffstühle von Joe Colombo, den Louis Ghost von Philippe Starck und die meisten ikonischen italienischen Kunststoffdesigns der letzten 50 Jahre. Hier ist die Geschichte in Kürze.


Kartell ist die Mailänder Marke, die Kunststoff zu einem ernstzunehmenden Möbelmaterial machte: 1949 in Noviglio vom Chemieingenieur Giulio Castelli gegründet, gab sie Joe Colombos Stuhl 4860 (1965) in Auftrag, den ersten aus einem Stück geformten ABS-Kunststoffstuhl in industrieller Produktion. Gebraucht ist Kartell einer der erschwinglichsten Wege in echte Designgeschichte: Vintage Componibili Stauraumtürme (1969) verkaufen sich auf Whoppah für 60 bis 180 Euro pro Modul, und authentische Louis Ghost Stühle (Philippe Starck, 2002) kosten 120 bis 280 Euro pro Stück. Die Kartell-Angebote umfassen die gesamte Palette von Starck, Citterio und Lissoni, und unsere Kuratoren prüfen den Zustand genau, weil das Polycarbonat auf eine besondere Weise altert; saubere Stücke behalten ihren Wert, zerkratzte Stücke verlieren stark. Hier ist die kurze Geschichte.
Kartell wurde 1949 in Noviglio, etwas außerhalb von Mailand, von Giulio Castelli, einem Chemieingenieur, gegründet. Der Gründungsauftrag war spezifisch: die Herstellung von industriellen Kunststoffobjekten (ursprünglich Autozubehör, Laborausrüstung, Haushaltsartikel) in einer Qualität, die mit traditionellen Materialien vergleichbar ist. Die Hinwendung zu Möbeln erfolgte in den 1960er Jahren, als Kartell den Stuhl 4860 von Joe Colombo (1965) in Auftrag gab, den ersten industriell gefertigten Stuhl aus einem einzigen Stück geformtem ABS-Kunststoff. Der 4860 kam zwei Jahre vor der Produktion des Vitra Panton Chair auf den Markt.
Der Kartell-Katalog liest sich seit den 1960er Jahren wie ein Who's Who des italienischen und internationalen Designs: Joe Colombo (die Stapelstühle 4860 und 4867 Universale), Anna Castelli Ferrieri (das modulare Aufbewahrungssystem Componibili, 1969), Philippe Starck (der Stuhl Louis Ghost, 2002; die Leuchte Bourgie, 2004), Antonio Citterio, Patricia Urquiola, Ferruccio Laviani und die Brüder Bouroullec.
Was kostet ein Vintage Kartell Componibili bei Whoppah?
Der Componibili (1969), das zylindrische, modulare Aufbewahrungselement aus Kunststoff in Weiß, Schwarz oder kräftigen Farben, ist das Kartell-Stück, das in den meisten Haushalten zu finden ist. Vintage-Exemplare aus den 1970er und 80er Jahren werden auf Whoppah für 60 € bis 180 € pro Modul verkauft.
Der Stuhl Louis Ghost (Philippe Starck, 2002), ein transparenter Stuhl aus Polycarbonat im Stil von Louis XV, ist der aktuelle Bestseller der Marke. Authentische Vintage Louis Ghosts kosten zwischen 120 € und 280 € pro Stück.
Der Universale 4867 (Joe Colombo, 1968), einer der weltweit ersten Stapelstühle aus thermoplastischem Spritzguss, wird als Vintage-Produktion für 250 € bis 650 € verkauft.
Worauf Sie auf dem Secondhand-Markt achten sollten: Jedes authentische Kartell-Stück trägt ein eingegossenes Kartell-Logo auf der Unterseite oder der Rückseite der Sitzfläche. Vintage-Produktionen aus den 1960er und 70er Jahren sollten eine Patina auf dem Kunststoff aufweisen (leichte Farbveränderungen, Mikrokratzer); makellose, „wie neu“ aussehende Stücke sind oft moderne Neuauflagen oder Kopien.
Woran erkennen Sie einen gefälschten Kartell Louis Ghost?
Der Louis Ghost wird häufig kopiert. Echte Kartell-Produktionen verwenden eine spezielle Polycarbonat-Qualität mit einer erkennbaren optischen Klarheit. Billige Kopien haben einen leicht milchigen Schimmer und bekommen an den Verbindungsstellen schneller Risse.



