Abschließbare Blechdose, Dekor mit Gemälden von Meistern, Witwe J. Bekkers & Sohn Dordrecht
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Saint symphorien des bois, FrankreichBei Whoppah seit August 2026 • 0 Verkäufe
Diese bemerkenswerte antike Eisenbox gibt ihre Geheimnisse preis, wenn man sie langsam dreht. Ihr Deckel und alle vier Seiten sind mit Reproduktionen antiker Gemälde verziert, eingerahmt von prächtigen, tiefblauen und goldenen Friesen. Eine wahre kleine Kunstgalerie, gestaltet auf einem ursprünglich für den täglichen Gebrauch bestimmten Objekt.
Sie wird der niederländischen Firma Wed. J. Bekkers & Zoon aus Dordrecht zugeschrieben, einem bedeutenden Hersteller von Weißblechwaren und verzierten Dosen. Die Geschichte des Unternehmens reicht bis ins Jahr 1824 zurück, als sich Jacobus Bekkers in Dordrecht als Zinngießer niederließ. Der Familienbetrieb firmierte später unter dem Namen Weduwe J. Bekkers & Zoon („Witwe J. Bekkers & Sohn“) und erlebte im Laufe des 19. Jahrhunderts eine bedeutende Entwicklung. Gegen Ende des Jahrhunderts hatte er sich zu einer echten Metallwarenfabrik entwickelt. Im Jahr 1900 wurde das Unternehmen in Dordrechtsche Metaalwarenfabriek voorheen Wed. Bekkers & Zoon umbenannt. J. Bekkers & Zoon setzten damit eine Produktion fort, die Dordrecht zu einem der anerkannten niederländischen Zentren für diese Art von verzierten Metallobjekten machen sollte. Diese Schatulle gehört einer Tradition an, in der der Behälter nicht nur funktional war: Seine Verzierung musste so ansprechend sein, dass er aufbewahrt wurde und später seinen Platz im Haus fand. Aufgrund ihrer Herstellung und Verzierung datieren wir sie ins erste Viertel des 20. Jahrhunderts.
Ihre Ikonografie verleiht ihr einen ganz besonderen Charakter. Fünf gemalte Szenen erstrecken sich über die Schatulle, jede wie ein kleines Gemälde in ihrem Rahmen. Der Deckel reproduziert „Die Adoption“ nach Ferdinand Georg Waldmüller ( ), einem der großen Vertreter der österreichischen Malerei des 19. Jahrhunderts, der besonders für seine Genreszenen und Darstellungen des Familienlebens geschätzt wurde. Die vier Seiten setzen diese Reise durch die europäische Malerei fort mit „Die Hochzeit“ und „Auf der Terrasse“ nach Jan Steen, einem niederländischen Maler des 17. Jahrhunderts, der für seine Szenen des Alltagslebens berühmt war, einem „Musikalischen Beisammensein“ nach Hendrik van Limborgh und „Die Beratung“ nach dem deutschen Maler Wilhelm Sohn. Rund um die Schatulle entfalten sich Szenen von Familien, Gesprächen, Musik und dem Alltag. Die tiefen Farbtöne der Reproduktionen, die vergoldeten Rahmen und die Ornamente auf dunkelblauem Grund verleihen ihr heute das Aussehen einer kleinen illustrierten Truhe, fast mehr ein Kuriosum als eine einfache Aufbewahrungsbox.
Ein Detail verdient besondere Erwähnung: Der kleine Schlüssel ist erhalten geblieben. Für eine Schatulle, die so viele Jahrzehnte überdauert hat, ist das Vorhandensein dieses separaten Zubehörteils ungewöhnlich, da Schlüssel im Laufe der Zeit durch Gebrauch, Umzüge und Weitergaben natürlich oft verloren gingen. Hier ist der Schlüssel nicht nur vorhanden: Er passt zum Schloss, und der Mechanismus funktioniert noch. Die Schatulle lässt sich noch immer mit ihrem Schlüssel tatsächlich abschließen und öffnen. Mehr als ein Jahrhundert nach ihrer Herstellung hat sie somit nicht nur ihr Aussehen als kleine Truhe bewahrt, sondern auch ihre ursprüngliche Schließfunktion.
Die Zeit hat jedoch deutliche Spuren an dem Objekt hinterlassen. Die Verzierungen weisen zahlreiche Gebrauchsspuren auf, mit Abrieb, Kratzern, Farbverlust und Oxidation, die besonders auf dem Deckel und den Kanten sichtbar sind. Diese markante Patina ist auf den Fotos deutlich zu erkennen, und wir haben uns entschieden, sie so zu erhalten, wie sie ist, ohne die Spuren der Jahre künstlich zu entfernen. Die Schatulle misst ca. 21 cm in der Länge, 14 cm in der Tiefe und 9 cm in der Höhe.
Heute vereint diese Schatulle mehrere Geschichten: die der Bekkers-Manufaktur in Dordrecht, die der europäischen Handwerkskunst im Bereich verzierter Eisenkästchen und die der antiken Gemälde, die sie schmücken. Schließlich erzählt ihre Patina eine ganz persönliche Geschichte: die eines Gegenstands, der tatsächlich benutzt wurde und von jemandem so sorgsam aufbewahrt wurde, dass der kleine Schlüssel noch heute dazugehört – und das Schloss noch immer öffnet.
Weitere Details:
- Marke: 20eSiècle
- Farbe: Gold
- Epoche: erstes Viertel des 20. Jahrhunderts